Ein Chefarzt auf Abwegen: Organe, Geld und Gesetzesverstösse



An einem Donnerstag im November 2016 vernichten Mitarbeiter in einem Labor des Genfer Unispitals Zellen von Bauchspeicheldrüsen, die sie zuvor hirntoten Menschen entnommen hatten. Der Chef steht seit Monaten unter Druck. Er ist mit einer Untersuchung konfrontiert, die klären soll, ob die Forschung in dem Labor illegal ist. Er, Universitätsprofessor Thierry Berney, gibt den Befehl zur Vernichtungsaktion.


Kurz vor dem Donnerstag hatten drei Personen, darunter zwei Mitarbeiterinnen des Labors, bei einem internen Revisor Vorwürfe über illegale Forschung erhoben. Der Ermittler macht sich danach bereit, das Gewebe aus dem Kühlschrank des Labors zu holen. Er ist zu spät. Die Proben sind weg.


Es war die letzte Episode einer fast zehnjährigen Geschichte des Ignorierens von Ethik, merkwürdiger Finanzflüsse und illegaler Praktiken mit den Organen toter Menschen.

Fünf Tage nach der Vernichtungsaktion eröffnet der Genfer Generalstaatsanwalt ein Strafverfahren. Drei Jahre später stellt er es lautlos ein. Der höchste Strafverfolger Genfs liess illegales Verhalten von Thierry Berney verjähren. Der Chefarzt ist deshalb strafrechtlich unschuldig. Die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft, über die Westschweizer Medien bisher nicht berichteten, und Dokumente aus dem Spital offenbaren aber die Wahrheit über das Labor. Und sie zeigen, dass Berney mit mehr Glück als Verstand um eine Strafverfolgung herumkam.


Den ganzen Artikel lesen Sie hier bei CH Media.


Bildquelle: Franck Schneider (CC BY-SA 4.0)